12.05.2009

Warum Übergewicht das Herzinfarktrisiko erhöht und abnehmen hilft

Präventionspreis für Arzt der Kölner Uniklini

Mit den Ergebnissen einer Studie zur Anzahl der zirkulierenden Vorläuferzellen im Blut bei Übergewicht hat Dr. med. Jochen Müller-Ehmsen, PD und Oberarzt der Klinik III für Innere Medizin am Herzzentrum der Uniklinik Köln den Präventionspreis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 2009 erhalten. Müller Ehmsen untersuchte das Blut einer Gruppe Übergewichtiger, die an einem kontrollierten Diätprogramm teilnahmen, vor und nach Durchlaufen dieses Programms. Dabei konnte er nachweisen, dass die Anzahl der so genannten zirkulierenden Vorläuferzellen im Blut desto geringer ist, je höher der Body-Mass- Index ist. Vorläuferzellen sind Abkömmlinge von Stammzellen, deren endgültige Funktion zwar schon angelegt ist, aber noch verändert werden kann. Ihr Vorkommen als Vorläufer der blutbildenden Zellen und der Gefäßhaut-(Endothel-) Zellen ist offensichtlich ein zuverlässiger Marker für das individuelle Risiko eines Menschen, schwer an Herz und Kreislauf zu erkranken. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Zellen an der Gefäßneubildung und der Reparatur erkrankter Blutgefäße mitwirken. Die gute Nachricht ist: Durch Abnahme von Gewicht konnte die Anzahl der Zellen im Blut wieder gesteigert werden. Damit steigt wahrscheinlich auch wieder der Schutz vor einem Herzinfarkt und anderen Herz-Kreislauferkrankungen. Parallel zur Zellzahl veränderten sich auch andere frühe Marker einer Gefäßschädigung, die ebenfalls nach Gewichtsreduktion wieder reversibel waren. Mit der preisgekrönten Arbeit
„Reduzierte Anzahl und veränderte Zusammensetzung zirkulierender Progenitorzellen bei Übergewicht – Prävention durch Gewichtsreduktion“ zeigte Müller-Ehmsen erstmals, dass bei Übergewicht die Zahl der zirkulierenden Vorläuferzellen im Blut abnimmt, dass diese Abnahme funktionelle Relevanz hat, und dass sie bei Gewichtsabnahme reversibel ist. Damit kann die Zählung der Vorläuferzellen als Marker für die Prävention von Herz- Kreislauf- Erkrankungen genutzt werden.

Die Studie:
Bei 149 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Diätprogramms wurde die Menge von vier verschiedenen     Typen von Vorläuferzellen im Blut bestimmt. Als Kennzeichen für eine sich entwickelnde Gefäßerkrankung bewertete Müller-Ehmsen die Dicke der inneren Wand der Blutgefäße (Intima Media Dicke) und die Entspannung der Gefäßwand bei erhöhtem Blutfluss. Denn kranke Gefäße können sich nicht mehr so gut weiten und haben eine dickere innere Wand. Nach sechs Monaten Diät und teilweise auch Sportprogramm hatten 86 Probanden im Mittel 5,8 Kilogramm abgenommen. Ergebnis: Verminderter Hüftumfang und vermindertes Gewicht lässt die Zahl der Vorläuferzellen wieder steigen. Keine Rolle spielte, ob die Teilnehmer allein durch verminderte Nahrungsaufnahme abnahmen oder auch zusätzlich Sport trieben. Der Präventions- preis der Deutschen Stiftung für Innere Medizin wird jährlich für die beste aus dem deutschsprachigen Raum vorgelegte Arbeit auf dem Gebiet der Prävention innerer Erkrankungen verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert.

Für Rückfragen:
PD Dr. Jochen Müller-Ehmsen
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III Kardiologie
Telefon: 0221 478 6205
E-Mail: jochen.mueller-ehmsen@uk-koeln.de

Sina Vogt,
Leiterin Stabsabteilung Kommunikation Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478- 5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de

Anlage:
Bild Dr. Jochen Müller-Ehmsen, MedizinFotoKöln Abdruck honorarfrei

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