04.12.2020
Kardiologie

Dr. Hoyer erhält Auszeichnung

Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

Dr. Friedrich Felix Hoyer, Foto: Michael Wodak
Dr. Friedrich Felix Hoyer, Foto: Michael Wodak

Dr. Friedrich Felix Hoyer, ärztlicher und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik III für Innere Medizin im Herzzentrum der Uniklinik Köln, ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie mit dem Forschungspreis der AG 23 Herz und Diabetes auf der diesjährigen Jahrestagung ausgezeichnet worden. Er erhält den mit 5.000 Euro dotierten Preis für seine Forschung an Prozessen, welche unter diabetischer Stoffwechsellage kardiovaskuläre Komplikationen beeinflussen.

Diabetes mellitus ist eine bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen. Die zu Grunde liegende Atherosklerose wird neben der endothelialen Dysfunktion insbesondere durch weiße Blutkörperchen (Leukozyten wie Monozyten und Makrophagen) hervorgerufen. Die Mechanismen, welche die Produktion von Leukozyten unter einer diabetischen Stoffwechsellage steuern, sind bis jetzt nicht ausreichend verstanden.

In der im April 2020 in der renommierten Fachzeitschrift Circulation veröffentlichten Arbeit Bone Marrow Endothelial Cells Regulate Myelopoiesis in Diabetes (PMID: 32316750) untersuchte Dr. Hoyer in wie fern der Diabetes mellitus das Verhalten von Endothelzellen im Knochenmark beeinflusst. Endothelzellen stellen einen wichtigen Bestandteil der sogenannten hämatopoetischen Nische dar, welche im Zusammenspiel mit anderen Zelltypen die Aktivität von Vorläuferzellen der im Blut zirkulierenden Leukozyten und damit deren Anzahl regulieren. Während die Zahl der Leukozyten im Blut von diabetischen Mäusen deutlich zunahm, zeigten sich gleichfalls signifikante Veränderungen im Knochenmarksendothel.

Weiterführende Untersuchungen deuteten darauf hin, dass Endothelzellen im Knochenmark sowohl die Produktion von myeloiden Leukozyten fördern, gleichzeitig aber auch gegenregulierende Signalwege aktiviert werden, welche womöglich die Generierung von Leukozyten bremsen. Eine kardiovaskuläre Relevanz der durch die hyperglykämische Stoffwechsellage bedingten Veränderungen im Knochenmarksendothel konnte in einem Atherosklerose-Modell belegt werden. Messungen an humanen diabetischen Proben deuteten ferner daraufhin, dass dieselben Signalwege auch im Menschen eine Rolle spielen könnten.

Neben zahlreichen bereits etablierten anti-diabetischen Strategien stellt die Regulation der Produktion von weißen Blutkörperchen somit einen zusätzlichen, interessanten Ansatz dar, welcher zukünftig zu einer Reduktion kardiovaskulärer Komplikationen in Patienten mit Diabetes mellitus beitragen könnte.

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